Thriller und Krimis / Thriller
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Russische Freunde

Autor(en): Matti Rönkä
Verlag: Lübbe
Preis: 14.99
ISBN: 978-3-7857-6022-2
Erschienen: März 2010

Durschnittliche Bewertung: Bewertung: 5 von 5 Sternen

Buchauszug:

"Sind Sie Autoliebhaber?"

"Mach dir nicht in die Hose und krieg keinen Herzinfarkt. Schön gleichmäßig atmen", sagte Korhonen ungerührt. "Es interessiert mich nicht so wahnsinnig, ob du den Kilometerstand mit der Bohrmaschine zurücksetzt und ob du deine Buchführung im Karton aufbewahrst oder nachträglich erfindest. Aber einigen wird uns darauf, dass du mir Bescheid gibst, wenn man dir massenhaft Autoteile oder ganze Karren zum Zerlegen anbietet."

Ruuskanen setzt bereits zu einer Brandrede über die Ehrbarkeit seiner Geschäfte und die Unbestechlichkeit seines Buchhalters an. Ich stand auf und stoppte seinen Redefluss mit einer knappen Handbewegung.

"Korhonen will damit nur sagen, er wäre dankbar für einen Tipp, falls du irgendwann einmal auf professionelle Autodiebe oder andere Verbrecherbanden stoßen solltest", erklärte ich.

Ich setzte mich wieder hin und rollte den Teppich fester um die Kalaschnikow.


Die knackige Übersetzung dieses  mit dem finnischen Krimipreis ausgezeichneten Buches (zu Recht!) lieferte Gabriele Schrey-Vasara.

README Buchbesprechung:

Autor: avb, Datum: 01.03.2010
Buch-Bewertung: Bewertung: 5 von 5 Sternen
Matti Rönkäs Arbeit hat wenig mit dem Schreiben von Krimis zu tun. Er ist zwar Journalist, aber in erster Linie Chefredakteur und Nachrichtensprecher beim finnischen Fernsehen. Ich schätze:

Dort kann er nichts mit den vielen Hintergrundinformationen anfangen, die er im Laufe der Jahre über den sowjetischen Geheimdienst und die nachkommunistische Sankt Petersburger Mafia gesammelt hat. Aber als Kriminalroman? Pure Phantasie?

Was Matti Rönkä hier mit seinem "russischen Freunden" gelang, ist ein abolut überzeugendes Bild moderner Schattenwirtschaft auf zwei Seiten einer durchlässig gewordenen Grenze. Auf deren russischer Seite verbindet sich der alte Patriotismus der Militärs und Geheimdienstler wunderbar mit den aktuellen Formen des Gewinnstrebens. In den finnischen Grenzstädten kämpfen echte Finnen, zu Finnen mutierte russische Karelier und visa- und rechtlose Exilanten als  Schieber, Schwarzarbeiter und Schwarzhändler um ihr Stück vom großen Kuchen.

Der Ich-Erzähler hat sich vom  Schmuggler nach oben gekämpft. Jetzt steht er dicht vor seinem Ziel, nämlich zum braven Bürger zu werden, vielleicht sogar Steuern zu bezahlen. Er fährt Mercedes, besitzt ein im sowjetischen Luxusstil eingerichtetes Haus und diverse einträgliche Firmen der Baubranche. Doch dann kommen zwei gut gekleidete Sankt Petersburger und fordern all seine Unternehmen. Für wen? Alte Feinde? Verräterische Freunde? Konkurrenten?

Keine Ahnung, aber auf jeden Fall haben sie genügend Muskelmänner, um den Helden anzufahren, sein Haus anzuzünden, ihn zu überfallen. Und ihm immer wieder aufzuspüren und zu überraschen. Aber er kennt Tricks für Gegenwehr und Verschwinden, die ihm keiner zutraut.

Nein, ich verrate ihn nicht auch noch. Matti Rönkä hat seinen Krimi so überzeugend konstruiert, die völlig neue Thriller-Landschaft zwischen Finn- und Russland mit so viel Liebe beschrieben, die neue Rasse der Grenzwanderer so glaubwürdig dargestellt - es wäre unfair, wenn ich Ihnen zu viel über den Ich-Erzähler Viktor sagen würde. Außer dass er zum Schluss seinem Namen entsprechend siegt. Das gehört sich ja auch so, aber es ist das einzige an den "Russischen Freunden", das irgendeinem Krimiklischee entspricht. Abgesehen davon ist das Buch rundrum überraschend, informativ und glaubwürdig. Vom klaren, gradlinigen Stil Römkäs bis zu Viktors Charakter. Und dem seiner Verfolger.

Ich habe das Buch gelesen und möchte ...

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